2016 al 2025

Ab dem Schuljahr 2016 übernahm OStR Mag. Michael Peitler die Generaldirektion der Schule; OStR Dr. Michael Ebner ist stellvertretender Direktor; Mónica García de Gavarrete wird als technische Direktorin bestätigt; Ramiro Barrientos Silva bleibt bis zu seiner Pensionierung Ende 2017 nach 32 Dienstjahren Direktor der Primaria. Seine Nachfolger sind Lcda. Mónica Ellis Rosales de Valencia als Primariadirektorin und Lic. Uriel Zavala als administrativer Koordinator. Lcda. Eugenia de la Peña de Forno bleibt Preprimaridirektorin des IAG und Lcda. Dina Isabel Rivera Dávila steht der Verwaltungsleitung vor. Dieses Team sorgt gemeinsam mit dem gesamten Lehr- und Verwaltungspersonal dafür, dass das IAG eine vorbildliche, innovative und dynamische Einrichtung bleibt, die nach interkulturellen Prinzipien und Werten unterrichtet.

Das Jahr 2018 war besonders bedeutsam für das IAG, da es das 60-jährige Bestehen seit der Gründung und das 50-jährige Bestehen am aktuellen Standort zu feiern gab. Anwesend waren der Honorargeneralkonsul der Republik Österreich, Dr. Manuel Cáceres, der Präsident der Österreichisch-Guatemaltekischen Kulturstiftung, Lic. Hanspeter Huber (BMBWF), der stellvertretende Minister des guatemaltekischen Bildungsministeriums, Lic. José Inocente Moreno Cámbara, sowie zahlreiche Ehrengäste, die DirektorInnen der bikulturellen Schulen, Eltern, viele ehemalige SchülerInnen und die Schulgemeinschaft.


Im selben Jahr wurde aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens der Unterrichtsbeginn ab Mai auf 7:00 Uhr vorverlegt. Ein weiteres wichtiges Ereignis war die zweite Reise einer Gruppe von Schülern der 3. Klasse Sekundaria nach Österreich, wo sie drei Wochen lang in Begleitung der Lehrer Reinhold Brandl (R.I.P.), Lourdes López und Lisa de Borrayo verschiedene touristische und kulturelle Sehenswürdigkeiten in mehreren österreichischen Bundesländern besuchten und in der letzten Woche bei österreichischen Gastfamilien wohnten.

In diesem Jahr wurde der Bereich der technischen Direktion neu gestaltet, ein Computerraum mit neuen Möbeln und Geräten ausgestattet, die Fenster der Sekundarschulklassen ausgetauscht und das Schwimmbad insgesamt sowie die Wasseraufbereitungsanlage renoviert. Außerdem beendeten folgende LehrerInnen ihre Tätigkeit an der Schule: OStR Dr. Michael Ebner nach 40 Jahren im österreichischen Schuldienst und Susi González nach 29 Jahren in der Vorschule; beide gingen in den wohlverdienten Ruhestand. In der Oesterreichischen Botschaft Mexiko übernahm Dr. Franz Josef Kuglitsch das Amt des Botschafters der Republik Österreich,mit Zuständigkeit auch für Guatemala, und das Amt des Ehrenpräsidenten der FCAG.

Das Jahr 2019 zeichnete sich durch Investitionen in die Infrastruktur im Sportbereich aus: Das Schwimmbad wurde mit einem modernen Dach versehen, der Fußballplatz wurde renoviert und mit Kunstrasen ausgelegt, und die Leichtathletikbahn wurde mit Tartanbelag versehen. Darüber hinaus wurden neue Basketball-/Volleyballplätze auf dem Dach des neuen Gebäudes, das für die Wartungsabteilung und die Räume für Bildende Kunst gebaut wurde, eingerichtet sowie eine neue Kläranlage gebaut.

Im pädagogischen Bereich fand die dritte SchülerInnenreise einer 3. Sekundariaklasse nach Österreich in Begleitung der Lehrerinnen Karin Vasicek, Jeannette Enríquez und Maribel de Molina statt. Außerdem wurde auf Initiative der Gruppe INTERACT-Austriaco ein System zur Mülltrennung eingeführt. In diesem Jahr ging auch OStR. Lic. Siegfried Ganster nach 40 Jahren im österreichischen Schuldienst in den wohlverdienten Ruhestand.

Das herausragendste Ereignis dieses Jahres war die Verleihung des „Orden pedagógica Juan José Arévalo Bermejo” durch das guatemaltekische Bildungsministerium, die von der Elternvereinigung beantragt worden war. Die Auszeichnung wurde in einer feierlichen Zeremonie vom Bildungsminister Dr. Óscar Hugo López Rivas an den Generaldirektor Mag. Michael Peitler und den Generalhonoralkonsul Österreichs Dr. Manuel Cáceres überreicht.

Das Jahr 2020, das Jahr der COVID-19-Pandemie: Am 16. März dieses Jahres wurde der Präsenzunterricht auf Anordnung der guatemaltekischen Ministerien für Gesundheit, Soziales sowie Bildung ausgesetzt. Die letzten beiden Veranstaltungen, zu denen die Schulgemeinschaft zusammenkam, waren die Einweihung der renovierten Sportanlagen und die „Mañana Deportiva“ am Samstag, dem 14. März, einen Tag vor Inkrafttreten der festgelegten Beschränkungen.

Die Schulleitung und die Lehrkräfte aller Stufen reagierten umgehend, um den Bildungsbedürfnissen gerecht zu werden und die SchülerInnen nicht nur pädagogisch, sondern auch emotional zu betreuen. Es wurden einheitliche Bildungsplattformen für die gesamte Schule und spezielle Plattformen für bestimmte Bereiche eingeführt, ebenso wie ein spezielles digitales Tool (Exam.net), um Online-Prüfungen durchführen zu können. All dies ermöglichte es, die Reifeprüfung (Matura) mit den Schülerinnen Abschlussklassen durchzuführen, sodass sie neben dem guatemaltekischen auch das österreichische Diplom erhielten.

Während der Zeit der Distanzierung wurden Reparatur- und Renovierungsarbeiten in verschiedenen Bereichen durchgeführt: Wasserpumpensystem, Rohrleitungen, Fußböden, Reparatur des Daches der Turnhalle. Am wichtigsten war jedoch die Einrichtung des Komitees für Krisenmanagement, das auf Anordnung der Bildungsministerien Österreichs und Guatemalas alle Biosicherheitsprotokolle ausarbeitete.

Im selben Jahr trat Professor Saúl Castañeda nach 25 Jahren Tätigkeit als Werklehrer in den internen Ruhestand.

Das Schuljahr 2021 wurde weiterhin im Fernunterricht und mit virtuellem Unterricht fortgesetzt.
Im Bereich der Infrastruktur wurden die Ranchos neu errichtet, der Bau der Räumlichkeiten für Kunst- und Werkerziehung sowie des Lagerraums, des Speisesaals, der Sanitäranlagen und der Umkleideräume für das Wartungspersonal abgeschlossen. Um den Anforderungen für die hybride Rückkehr gerecht zu werden, wurde jedes Klassenzimmer mit Fußpedal-Waschbecken, Seifen-, Papier- und Desinfektionsmittelspendern sowie Glastafeln und Laserprojektoren für die SchülerInnen ausgestattet, die im Schuljahr 2021 nicht persönlich anwesend sein würden. Nach der Einreichung der umfangreichen Unterlagen und den Besuchen der zuständigen Behörden wurde von den zuständigen Ministerien die Genehmigung für eine außerordentliche Schulöffnung mit der epidemiologischen Ampelphase „Orange“ erteilt.

Einer der Höhepunkte dieses Jahres war der Abschluss des Impfprogramms für die gesamte Bildungsgemeinschaft beider Schulen (Lehrpersonal, Verwaltungsangestellte, Wartungspersonal, Sicherheitspersonal und Schulbusfahrer). Die Impfstoffe wurden von der österreichischen Regierung auf Vermittlung der Botschafterin Dr.in Elisabeth Kehrer über ihr Außenministerium bereitgestellt; der Transport wurde von der FCAG finanziert, und die Verabreichung erfolgte durch den Honorargeneralkonsul der Republik Österreich, Dr. Manuel Cáceres, und die Gesundheitsmonitorin Dr. Alejandra Leal.

In diesem Jahr traten auch zwei Personen mit langjähriger Erfahrung am IAG vorzeitig in den internen Ruhestand: Monika Carma (32 Jahre) aus der Preprimaria und Mónica de Gavarrete (36 Jahre) als Spanischkoordinatorin, Sekundaria-leiterin und technische Direktorin. Mitte des Jahres legte die neue österreichische Botschafterin in Mexiko, die auch für Guatemala akkreditiert ist, Dr.in Elisabeth Kehrer, ihre Beglaubigungsschreiben vor. Als neue Ehrenpräsidentin der FCAG besuchte sie zum ersten Mal die Einrichtungen des IAG, die aufgrund der Pandemie jedoch völlig leer waren.

Trotz der Einschränkungen während des gesamten Schuljahres wurde ein Schulumweltkomitee organisiert, das einen Aktionsplan ausarbeitete und die Aktivitäten zur Erreichung der Ziele koordinierte.
Am Montag, dem 8. November 2021, erhielt das Instituto Austriaco die Auszeichnung „Bandera Verde Municipal” (Grüne Flagge der Gemeinde) und die Zertifizierung „Líder Verde” (Grüner Vorreiter) für „[…] die Einbindung von angemessenen Maßnahmen zum Umgang mit und zum Schutz der Umwelt in den Schulalltag und die Vermittlung dieser Maßnahmen an die SchülerInnen. […]”.

Mit der Genehmigung zur außerordentlichen Wiedereröffnung der Schule einer epidemio-logischen Ampelphase „Orange“ begann das Schuljahr 2022 regulär, jedoch in einer gestaffelten Hybridform für alle Klassenstufen, um mögliche Ansteckungen besser kontrollieren zu können. Mit der Unterstützung des Gesundheitsbeauftragten Dr. Manuel Cáceres, der kontinuierlichen Koordinationssarbeit des Komitees für Krisenmanagement (CGR) und der Einhaltung der seit 2020 geltenden und bis heute angepassten Sicherheitsprotokolle durch die Schulgemeinschaft konnten die Infektionen zufriedenstellend kontrolliert werden, sodass die Situation ab dem zweiten Halbjahr die Rückkehr zum Präsenzunterricht auf allen Ebenen und mit allen Schülern ermöglichte.

Trotz aller Schwierigkeiten aufgrund der Pandemie begann die Schulleitung mit der Einführung eines neuen Qualitätsmanagement-systems für Bildung (QMS, BMBWF), das das Lernen und die SchülerInnen in den Mittelpunkt der Qualitätsarbeit stellt und der Schule helfen soll, Entwicklungsprozesse auf spezifische, systematische und evidenzbasierte Weise voranzutreiben und eine qualitativ hochwertige Bildung zu gewährleisten, die auf strategischen Plänen mit einer Perspektive von drei Jahren basiert.

Obwohl die meisten schulischen Aktivitäten weiterhin eingeschränkt oder nur virtuell stattfanden, wurden nach zwei Jahren virtuellem Unterricht die Organisation des Matura-Balls, die Präsentation und Diskussion der vorwissenschaftlichen Arbeiten und die Reifeprüfung (Matura) in Präsenzform wieder aufgenommen. Nach den drei außergewöhnlichen Jahren, die die Pandemie hinterlassen hat, begann das Schuljahr 2023 als Vorreiter der Erholungsphase nach der Pandemie. Diese Phase erwies sich weit schwieriger als erwartet, und die vollständige Wiederaufnahme der Schulveranstaltungen, des Präsenzunterricht und der Prüfungen sowie die Wiederherstellung der gewohnten psycho-pädagogischen und didaktischen Praktiken erforderten die Zusammenarbeit der gesamten Bildungsgemeinschaft, um die akademischen und administrativen Ziele zu erreichen.

Das Schuljahr 2023 war besonders geprägt von den Verwaltungsarbeiten zur Erlangung der Lizenz und der Genehmigungen für den Bau der Tiefgarage, die vom Vorstand am 17. Mai 2022 mit dem Ziel genehmigt wurde, noch vor Ende des Schuljahres 2023 mit dem Bau zu beginnen. Anfang September 2023 wurde der Stiftung die Baugenehmigung für die Durchführung dieses Projekts unter der Leitung des Unternehmens CONSULTA, S. A. erteilt.

Während des gesamten Schuljahres 2023 erhielt die Schulleitung besondere Unterstützung durch Honorargeneralkonsul Dr. Manuel Cáceres, durch den Botschafter der Europäischen Union, Mag. Thomas Peyker, die österreichische Botschafterin in Mexiko, Dr.in Elisabeth Kehrer, sowie durch das BMBWF-Team in Österreich unter der Leitung von ADir. Robert Fittner, MMMag. Klaus Redl, Dr.in Andrea Dorner und Vorstandsvorsitzenden Mag. Hanspeter Huber sowie den weiteren Mitgliedern Vorstandsmitgliedern der FCAG. Am Schuljahresende verabschiedeten wir zwei Lehrerinnen mit langjähriger Erfahrung am IAG, Angelika Maier und Roxana María Paredes Hurtarte, die mit ihrem engagierten Einsatz in unserer Bildungseinrichtung mehrere SchülerInnengenerationen nachhaltig geprägt haben.

Das Schuljahr 2024 war in jeder Hinsicht ein weiteres schwieriges Schuljahr und forderte uns mit Komplikationen aufgrund des Klimawandels und der schlechten Luftqualität heraus, die uns sogar dazu zwangen, Unterricht virtuell oder in geschlossenen Klassenzimmern abzuhalten. Das erneute Auftreten von COVID-19- und Dengue-Fällen sowie die Verpflichtung zur Flexibilität angesichts der logistischen Herausforderungen bei der Ein- und Ausfahrt, auf die sich die gesamte Schulgemeinschaft aufgrund des Baus der Tiefgarage in diesem Schuljahr einstellen musste, belasteten zusätzlich.

In diesem Jahr wurden auch Kooperationsvereinbarungen mit der PH Klagenfurt, der PH Innsbruck und der Paris Lodron Universität Salzburg unterzeichnet, die es Studierenden ermöglichen, ihr Lehrpraktikum an unserer Bildungseinrichtung zu absolvieren. In diesem Jahr hatten wir auch den Besuch der ersten drei Praktikanten.

Der Besuch einer Gruppe österreichischer Parlamentarier im Mai bot die Gelegenheit, das Instituto Austriaco Guatemalteco und das Colegio Viena Guatemalteco sowie deren Einrichtungen vorzustellen und Fragen zu unserem interkulturellen Engagement zu beantworten. An dieser Veranstaltung nahmen verschiedene ehemalige SchülerInnen des IAG aus unterschiedlichen Jahrgängen und Berufen teil.

Seit 2024 stellt die Position des internen Wirtschaftsprüfers eine Ergänzung zum Personalbestand dar, der sich auf etwa 20 VerwaltungsmitarbeiterInnen beläuft: Der interne Wirtschaftsprüfer legt auf der Grundlage des erstellten Prüfungsplans und des Programms zur Überprüfung der Finanzlage der FCAG dem Generaldirektor monatliche Berichte und dem Vorstand jährliche Berichte vor.

Auch im Vorstand der Stiftung gab es Veränderungen, da Honorargeneralkonsul Dr. Manuel Cáceres die Altersgrenze von 75 Jahren erreicht und nach 17 Jahren professioneller Zusammenarbeit und Engagement im Vorstand und als gesetzlicher Vertreter der FCAG in den Ruhestand tritt. Dr. Cáceres wird mit dem „Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ ausgezeichnet. Am 5. März übergibt er die Leitung des Honorarkonsulats an seinen Nachfolger, den Honorarkonsul Dr. Julio David Peláez Solórzano.

Auch die Verwaltungsleiterin Dina Isabel Rivera Dávila ging nach 39 Jahren an der Spitze der FCAG, in der sie seit dem 23. September 1985 in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Vorständen der FCAG und ihren Generaldirektoren an zahlreichen Projekten mitgewirkt hatte, darunter das Projekt der Tiefgarage, in den Ruhestand. Frau Rivera leitete die Verwaltung und Finanzen der Österreichisch-Guatemaltekischen Kulturstiftung mit Sorgfalt und Transparenz und übergibt ihrer Nachfolgerin, Frau Lcda. Heidy Villalta, eine solide Finanzverwaltung, zuverlässige Verwaltungs-strukturen und MitarbeiterInnen, die die Zukunft der beiden Schulen sichern.

Die Jahre 2024 bis 2025 waren geprägt vom Bau, der Fertigstellung und der Einweihung des Parkplatz- und Tiefgarageprojektes am 9. Oktober 2025 unter Beteiligung der österreichischen Botschafterin in Mexiko, Dr.in Elisabeth Kehrer, des Honorarkonsuls Dr. Julio David Peláez Solórzano, des emeritierten Honorargeneralkonsuls Dr. Manuel Jesús Cáceres Figueroa, des Bürgermeisters von Guatemala-Stadt, Ing. Ricardo Quiñonez, der CAYALA-Gruppe, Ing. Hector Leal sowie Vertreter der Unternehmen CONSULTA S.A, ACEROS DE GUATEMALA S.A., Zivil-Ing. Eduardo Leon Seis, von der Bauaufsicht PROCONSTRU S.A., die Architekten Carlos und Karla Piedrasanta und von PROQUALITY, Ing. Estuardo Palencia.

Mit der Inbetriebnahme des Parkplatz- und Tiefgaragenprojekts zu Beginn des Schuljahres 2025 hat die FCAG einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Verkehrsprobleme in diesem Bereich geleistet. Gleichzeitig stellt dieses Projekt die größte Investition, die die FCAG jemals an diesem Standort getätigt hat, dar. Mit der Fertigstellung der Bauarbeiten und der Einweihung des Projekts wurde ein Meilenstein für die zukünftige Entwicklung sowohl der beiden Schulen IAG und CVG als auch der FCAG gesetzt.

Am Ende des Schuljahres 2025 wurde auch der Generationenwechsel in Direktion und Geschäftsführung abgeschlossen: Direktor OStR. Mag. Michael Peitler, der seit 2016 die Generaldirektion des Instituto Austriaco Guatemalteco und des Colegio Viena Guatemalteco innehatte, verabschiedet sich, nachdem er von 1996 bis 2015 als Deutschlehrer und in anderen Funktionen tätig gewesen war, und tritt Ende 2025 nach 30 Jahren im Dienst der Institution und insgesamt 42 Jahren im Dienst des Bildungsministeriums der Republik Österreich in den Ruhestand.

Autoren: (2016 bis 2025) 31. Oktober 2025
OStR Mag. Michael Peitler, Lcda. Dina Rivera, Lcda. Mónica de Gavarrete, Lcda. Ana Gabriela Duarte
Weitere Quellen:
1. Jahrbücher des Österreichisch-Guatemaltekischen Instituts (2009–2025), 2. Interviews, 3. Archive

2009 al 2015

Die auf die 50-Jahr-Feier folgenden Jahre brachten eine Phase der Veränderungen und Erneuerungen in den verschiedensten Bereichen, unter denen besonders die Infrastruktur herausragt.

Im November 2010 wurde das alte Verwaltungsgebäude abgerissen und ein Neubau nach einem Entwurf des Architekten Adolfo Lau errichtet. In diesem befinden sich im Erdgeschoß die Büros der Schulverwaltung und im ersten Stock das Cafetorium genannte Schulcafé in einem großen Mehrzwecksaal. Die erste dort durchgeführte Veranstaltung war am 1. Oktober 2011 die Maturafeier der Österreichischen Schule Guatemala.

Zur offiziellen Einweihung am 28. Februar 2012 kamen u.a. DR. Alfred Längle, Vorsitzender der Österreichisch-Guatemaltekischen Kulturstiftung und Botschafter Österreichs in Mexiko; Magazin. Hanspeter Huber, Sektionschef des damaligen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur und gleichzeitig Stellvertretender Vorsitzender der Stiftung sowie der österreichische Honorarkonsul Dr. Manuel Cáceres.

Gleichzeitig begann man im November 2011 mit der Renovierung der Anlagen des Kindergartens, wobei zuerst das alte Wohngebäude des Direktors der Anfangsjahre, in welchem dann mehr als 25 Jahre lang der Bereich Kinder II seinen Betrieb hatte, abgerissen wurde. Im März 2011 ging mit der Eröffnung des neuen Kindergartens unter Anwesenheit von Mag. Hanspeter Huber offiziell die verdiente Direktorin Licda. María Eugenia Hernández Mejicano, die mehr als 30 Jahre lang in der Vorschulstufe beider Schulen erfolgreich gearbeitet und diese auch geleitet hatte, in Pension. Seit 2014 leitet Licda. Eugenia De la Peña de Forno diesen Schulzweig.

Ende 2016 wurde, bereits unter der Leitung des neuen Direktors, OStR. Magazin. Michael Peitler, das Auditorium der Schule Colegio Viena Guatemalteco gebaut und zum ersten Mal verwendet, welches bei seiner Eröffnung am 9. Februar 2016 den Namen Auditorium Friedrich Baaz erhielt. Der Anbau zeichnet sich durch seine vielseitige Verwendbarkeit für beide Schulen aus und weist ebenfalls einen Mehrzwecksaal auf. Im selben Jahr wurde in Anwesenheit von Dr.in Eva Hager, der österreichischen Botschafterin in Mexiko, und Mag. Hanspeter Huber ein besonderer Bereich eröffnet, der unter der Mithilfe des Elternvereins der Österreichischen Schule Guatemala errichtet worden war, nämlich der Ökopark Austriaco-Cayalá, dessen Ziel es ist, die Umgebung und Umwelt der Schule zu schützen und bewahren.

Ein Zeichen der Wertschätzung und Unterstützung, welche die Österreichische Schule nicht zuletzt wegen ihrer interkulturellen Aufgabe nicht nur in Guatemala immer wieder erfährt, sind die zweimaligen Besuche der österreichischen Unterrichtsministerin Dr.in Claudia Schmied in den Jahren 2009 und 2012, begleitet von Sektionschef Mag. Wolfgang Stelzmüller, wie auch die Besuche des Nationalratspräsidenten Fritz Neugebauer und der LandesschulratspräsidentInnen im Jahre 2009.

Im Jahr 2010 schlossen im Rahmen eines Spezialprogramms der Universität del Istmo die Lehrerinnen Lourdes López, Mónica Rosales, María Antonieta Galdámez und Maribel de Molina sowie Dir.in Mónica García de Gavarrete und Dir. Ramiro Barrientos Silva ihr Universitätsstudium als Magister der Erziehung ab. Außerdem absolvierten 12 Vorschullehrerinnen erfolgreich psychopädagogische Studien an der Universität Rafael Landívar, um auf diese Weise zur Steigerung des Unterrichtsniveaus beizutragen.

Auf pädagogischem Gebiet kommt es zu einer ständigen Innovation: Im Laufe der letzten Jahre wurde das Fach Informatik auf allen Stufen eingeführt, das Angebot einer “Offenen Aula” gestartet und vier Informatiksäle wurden zweckgerecht eingerichtet. Was die technologische Ausstattung betrifft sind alle Klassen mit einem Computer, Beamer und Internetanschluss für Unterrichtszwecke ausgestattet; schrittweise kam es zur Einführung von Tablets und Laptops ab der 5. Primariaklasse. Um dem technologischen Fortschritt gerecht zu werden, werden seit 2015 Informatiklehrer, aber auch andere in Kursen in der Verwendung von Google, Google Drive und Google Classroom zertifiziert, um die so erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen direkt in die tägliche Unterrichtsarbeit einfließen zu lassen.

Derzeit erhalten LehrerInnen wie auch Verwaltungspersonal Deutschunterricht mit dem Ziel einer Zertifikatsprüfung der Stufen A1 und A2 im Jahr 2019. Darüber hinaus werden seit 2011 bereits alle SchülerInnen der 3. und 6. Primariaklassen auf den Stufen A1 und B1 durch das Österreichische Sprachdiplom zertifiziert sowie die MaturantInnen seitauf der Stufe B2-C1 durch den Erwerb des Deutschen Sprachdiploms.

Seit 2009 werden unter der Leitung des jeweiligen Direktors und dem SQA-Beauftragten die Qualitätsprogramme PQM und SQA durchgeführt. Diese Programme sind für alle österreichischen Schulen im In- und Ausland verpflichtend. Auf pädagogischem Gebiet ist besonders hervorzuheben, dass die MaturantInnen seit 2013 das offizielle österreichische Reifeprüfungszeugnis erhalten, das auf den vom österreichischen Unterrichtsministerium festgesetzten Richtlinien und Kompetenzen basiert.

Zwei Jahr später, also 2015, wurden die OberstufenlehrerInnen ausgebildet, um die SchülerInnen der letzten beiden Klassen als BetreuerInnen der neu vorgeschriebenen Vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA) begleiten zu können, die in einer der drei Sprachen unserer Schule mit einem Umfang von 40.000 bis 60.000 Zeichen zu verfassen ist. Diese Arbeit findet am Ende der letzten Klasse mit der Einreichung des Schlussberichts und der mündlichen Präsentation mit Fachdiskussion vor einem Prüfungsausschuss ihren Abschluss.

Aufgrund der genannten Anforderungen wurde unsere Bibliothek zwischen 2009 und 2017 mit allgemeinem Lern- und Hilfsmaterial, aber auch Büchern und anderen Fachpublikationen in den drei Sprachen sowie Medienmaterial (TV, LCD, DVD) verstärkt ausgestattet. Darüber hinaus erhielt die Bibliothek einen virtuellen Katalog und das interne Verwaltungsprogramm GLIFOS wurde auf den neuesten Stand gebracht. Dazu kam es zu einer Erneuerung und Erweiterung der Betriebssysteme für Informatik und Internet für SchülerInnen und FachlehrerInnen mit den zugehörigen Schulungen.

Die österreichischen wie auch guatemaltekischen Lehrerinnen und Lehrer vermitteln bei verschiedenen Veranstaltungen und Festen beider Länder, wie zum Beispiel beim Sporttag, dem Laternenfest, dem Maifest oder beim Musikalischen Abend die Sitten und Bräuche sowie Kulturen beider Länder. Außerdem engagieren sie sich bei Umwelt- und Sozialprojekten wie der Schildkrötenstation an der Pazifikküste und mehreren Landschulen im Rahmen des Hilfsvereins “Amigos”.

Darüber hinaus arbeitet die Österreichische Schule mit zahlreichen nationalen, zentralamerikanischen und internationalen Schulen zusammen und fördert den SchülerInnenaustausch mit Österreich und den USA. Auf sportlicher Ebene finden alle zwei Jahre die Zentralamerikanischen Spiele der Deutschen Schulen sowie unserer statt.

Die Jahre 2015 bis 2018 markiert ein Generationswechsel beim Personal der Direktion und in den Lehrkörpern: Ende 2015 wurden der langjährige Generaldirektor, HR Mag. Friedrich Baaz, sowie die Lehrerin Hilda Fabián de Barrientos (36 Jahre im Schuldienst) in den Ruhestand versetzt. Ende 2016 gingen die Leiterin der Psychopädagogischen Abteilung, Licda. Amparo de Martínez-Sobral und die Lehrerin Silvia Geronazzo de Zelada, beide mit 34 Dienstjahren, in Pension. Ende 2017 verließen die LehrerInnen Fabiola Borja (38 Dienstjahre), Arq.ta Luana María Quintana (24 Dienstjahre), Christel de Andrews (17 Dienstjahre) und Sergio Aguilar (27 Dienstjahre) die Schule; in der Verwaltung ging die Sekretärin des Lehrkörpers, Licda. Gladys Corpeño de Aguilar (30 Dienstjahre).

Seit 2016 leitet OStR. Magazin. Michael Peitler die Direktion der beiden Schulen; OStR. DR. Michael Ebner hat die Funktion des Stellvertreters inne; Licda. Mónica García de Gavarrete wurde als Technische Direktorin bestätigt; Lic. Ramiro Barrientos Silva blieb als Primariadirektor bis zu seiner Pensionierung Ende 2017 (32 Dienstjahre). Ihm folgten Licda. Mónica Ellis Rosales de Valencia als Primariadirektorin und Lic. Uriel Zavala als Verwaltungskoordinator nach; weiterhin leiten Licda. Eugenia De la Peña de Forno die Preprimaria und Licda. Dina Rivera die Verwaltung der Österreichischen Schule.

Dieses Team setzt sich, zusammen mit dem Lehrkörper und dem Verwaltungspersonal, mit allen seinen Kräften dafür ein, dass die Österreichische Schule Guatemala auch weiterhin eine wegweisende, innovative und dynamische Bildungseinrichtung bleibt, die mit interkulturellen Grundsätzen und Werten zukünftige Generationen ausbildet und erzieht.

Verfasser: (2009 bis 2017) 14. Februar 2018
Mag. Ramiro Barrientos Silva, HR Mag. Friedrich Baaz, OStR. Mag. Michael Peitler, Mag.a Dina Rivera.
Zusätzliche Quellen:
1. Jahrbücher der Österreichischen Schule Guatemala (2009-2017), 2. Interviews, 3. Schularchiv. Übersetzung: Mag. Reinhold Brandl

1958 al 2008

Unscheinbar und alt war das Haus in der 7ª. Avenida 13-57 in der Zone 1, wo am 6. Jänner 1958 DR. Harald König, der Gründer des “Instituto Austriaco Guatemalteco” und in Personalunion Direktor und Lehrer, unterstützt von seiner Frau Maria Elisabeth Dorn, die ersten Einschreibungen entgegennahm.

Die Zeit von 1959 bis 1961 war von mehreren, einerseits durch höhere Gewalt und andererseits durch das rasche Wachstum der neuen Schule bedingten Umzügen so wie auch strukturellen und personellen Veränderungen geprägt: Während der erste Umzug in die 8ª Avenida 14-24 der Zone 1 sich im Januar 1959 strukturell auswirkte, brachte der zweite Umzug in die 7ª Avenida “A” 3-55 der Zone 9 im Jahr 1961 vorwiegend pädagogische Verbesserungen.

Bereits am 1. März 1958 hatte sich unter Dr. König und den Herren Guillermo Rosenbaum, Francisco Krafka und Ernesto Schaeffer das erste “Österreichisch guatemaltekische Kulturkomitee” konstituiert, am 10. Juli 1959 war mittels Ministerialerlass Nr. 147 die Volksschule gesetzlich anerkannt worden und aus Österreich erstmals Unterstützung in Form didaktischen Materials gekommen. Der Regierungsbeschluss Nr. 470 vom 13. August 1962 sicherte der Primaria den Experimentalstatus zu. Mit dem Vollaufbau der Primaria bestellte man Juan José Méndez García zum Primariadirektor, im Jahre 1963 ernannte man Christian Bruppacher zum Vize-Direktor und Martha Delfina Vásquez Castañeda zur Technischen Direktorin des Kindergartens. Als erster Subventionslehrer kam 1965 Otto Krinsinger für Musik, ihm folgten Dr. Helga Stockmeier und Ilse Pillwein.

1966 entschloss sich die Republik Österreich nach längeren Verhandlungen mit Dr. König zum Kauf der Bildungseinrichtung in Guatemala. Ihre administrative Leitung übernahm ab 1967 der “Österreichisch guatemaltekische Kulturverein” – “Asociación Cultural Austriaco Guatemalteca” (ACAG) unter Präsident Franz Ippisch, Generalkonsul, und Vize-Präsident Zoltan von Csaky: Sie bemühten sich vorrangig um die Lösung der Infrastrukturprobleme, fanden das geeignete Grundstück in der Zone 16, auf dem nach dem Kauf durch die Republik Österreich die neuen Anlagen des IAG errichtet wurden.

Aus Österreich kamen Mag. Günther Edelmann, Werner Römich, Hans Erick Fischer, Brigitte Melchtler. DR. Elfriede Pöll wurde als Subventionslehrerin bestätigt.

Neben den wesentlichen Bauten für eine erfolgreiche Unterrichtsarbeit, die bereits am 12. Januar 1968 in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ihrer Bestimmung übergeben worden waren, bekam das IAG auch eine neue Direktion: DR. Harald König für weitere 5 Jahre als Schulleiter, Magazin. Günther Edelmann als Vize- Direktor, Fermín García Zepeda als Technischen Direktor, Gustavo Recinos Orellana als Primariadirektor, Rómulo Caballeros als Sekundariakoordinator und Rodolfo Montenegro als Verwaltungsleiter. 1970 trat Marco Antonio Roca Montenegro als Primaria-Direktor in die Institution ein.

Im Jahr 1972 schied Dr. Harald König als Direktor des IAG aus, nachdem er die Schule von einem sehr bescheidenen Anfang zu einer der angesehensten Bildungseinrichtungen in Guatemala geführt hatte. Auch der Neubau in der Zone 16 wurde von ihm initiert und geleitet.

Ab dem Jahre 1973 leitete Mag. Günther Edelmann die Schule und erweiterte sie konstant. Er erreichte die Errichtung des Kindergartengebäudes, die Genehmigung des Experimentalstatus für die Sekundaria und die Fertigstellung der neuen Sportanlagen, die am 25. Mai 1974 eröffnet wurden. Vize-Direktor Frank Dieter Chisté übergab sein Amt an Helmut Pak.

Das Jahr 1976 begann mit schlechten Nachrichten und Ereignissen: Am 31. Jänner 1976 starb Schulgründer Dr. Harald König, was die Schulgemeinschaft mit großer Trauer erfüllte.

Am 4. Februar beschädigte das katastrophale Erdbeben die Schulanlagen beträchtlich. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schule beteiligten sich in den folgenden Wochen mit großem persönlichen Einsatz am Wiederaufbau der Anlagen der Schule wie auch an Projekten in zerstörten Bereichen der Stadt. Erst Anfang März konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden.

Die politisch und wirtschaftlich sehr schwierigen 80er Jahre brachten der Schule viele Einschränkungen und Probleme, aber auch Veränderungen und Fortschritte im personellen, pädagogischen und administrativen Bereich. Lic. Arnoldo Ramos Martínez folgte im März 1980 als Technischer Direktor dem nach erfolgreicher Tätigkeit in den Ruhestand tretenden Fermín García Zepeda, Nery Mauricio Gularte Bocanegra wurde mit August 1980 zum Verwaltungsleiter bestellt, die Computer hielten Einzug in die Schulverwaltung, das erste Jahrbuch wurde verlegt, mehrere Spezialunterrichtsräume eingerichtet. Im Jahr 1982 nahm auch die psychopädagogische Abteilung ihre Arbeit auf.

Im November 1980 wurde die “Österreichisch guatemaltekische Kulturstiftung” – “Kulturstiftung” (FCAG) gegründet, der als Präsident in Zukunft der jeweils in Guatemala akkreditierte Österreichische Botschafter vorstehen wird. Diese Stiftung ist von nun an die Schulbesitzerin, der Kulturverein blieb aber bis 1990 Verwalter der Schule.

Auf Mag. Günther Edelmann folgte im Jahr 1984 DR. Walther Fischer als Generaldirektor, der viele neue Ideen verwirklichte und sich um den weiteren Ausbau der Schule bemühte.

Sehr wichtig war, dass auch in dieser schwierigen Zeit das Österreichische Unterrichtsministerium die Institution, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine der führenden Bildungseinrichtungen in Guatemala darstellte, weiter voll unterstützte.

In den Jahren 1985 und 1986 erfuhr die Schule einen weiteren Ausbau: Das erste und bisher einzige zweigeschoßige Gebäude wurde errichtet, die Erste Hilfe-Station für Schüler/-innen und Lehrer/-innen eingerichtet und die ersten beiden Computersäle wurden installiert. Auf Helmut Pak folgten Anton Stangl und Alfred Martinz als Vize-Direktoren.

Ein entscheidendes Ereignis im Jahr 1986 war die Gründung des Colegio Viena, dass einerseits das Bildungsangebot der Institution verbreiterte und andererseits die finanzielle Situation verbesserte. Das Colegio Viena wurde in der Folge ständig weiter ausgebaut und ist heute eine gleichermaßen anerkannte und ausgezeichnete Schule. Walther Fischer und Marco Antonio Roca planten und verwirklichten diese visionäre Idee.

1987 bemühten sich Generalkonsul Franz Ippisch Jr. und Direktor Walther Fischer um die Vorbereitung eines Kulturabkommens zwischen Guatemala und Österreich. 1988 kam es zum ersten Besuch eines österreichischen Unterrichtsministers: Am 24. März besuchte Dr. Hilde Hawlicek in Begleitung von Dr. Josef Kirchberger die österreichische Schule in Guatemala. Im Rahmen der Unterzeichnung des Kulturabkommens zwischen Österreich und Guatemala fand auch die 30-Jahr-Feier des IAG statt.

Ab 1991 übernahm Mag. Friedrich Baaz die Direktion der Schule, Manfred Waldner wurde Vizedirektor, Arnoldo Ramos Martínez als Technischer Direktor bestätigt, Ramiro Barrientos Silva wurde Primariadirektor, Sheny Hernández Pre-Primarialeiterin, Dina Rivera folgte Nery Mauricio Gularte Bocanegra als Verwaltungsleiterin. Die Schule wurde ab diesem Zeitpunkt kontinuierlich weiter ausgebaut: Parkplatz, Sporthalle, zweites Schwimmbad, Festsaal und Musikräume.

Ab 1995 wurde ein neues Fachkoordinatorensystem eingeführt und verstärktes Augenmerk auf die musikalische Weiterentwicklung der Schüler/-innen und auf kulturelle Veranstaltungen gelegt. Neben dem pädagogischen Ausbau der Schule kam es auch innerschulisch zu einer sozialen Verbesserung: Für die guatemaltekischen Angestellten und Lehrer wurde eine eigene betriebsinterne Pensionsversicherung eingerichtet, die schon bestehende Krankenversicherung wurde ausgebaut.

Im Jahr 1992 wurde von Mag. Richard Kunz die Schildkrötenstation am Pazifik gegründet, die unter wesentlicher Beteiligung von Mag. Ernst Mair und Dr. Michael Ebner auch zu einem international anerkannten Umweltprojekt weiter entwickelt wurde. Der von Mag. Klaus Broger gegründete Verein “Amigos” bemüht sich seit 1989 um den Aufbau und die Erhaltung indigener Landschulen. Viele österreichische und guatemaltekische Lehrer unterstützen mit großem Einsatz und ehrenamtlich diese Projekte. Die “Casa Hogar”, das Schülerheim für bedürftige Kinder, wurde 1990 von Marco Antonio Roca und Werner Römich in der Zone 1 gegründet und übersiedelte 1994 nach Santa Rosita in die Nähe der Schule.

Im pädagogischen Bereich kam es zur Umstrukturierung der Primaria und zu verstärktem Gruppenunterricht in den Sprachen Deutsch und Englisch. Das von Dr. Hans-Jörg Nagelschmied, DaF-Koordinator, begonnene und von Mag. Michael Peitler, DaF-Koordinator, ausgebaute extracurriculare Angebot “Deutsches Sprachdiplom II/C1” hat seither dazu beigetragen, den Einsatz der Deutschen Sprache weiter zu festigen.

Seit 2002 erfolgte unter Mag. Reinhard Petz auch ein kontinuierlicher Auf- und Ausbau der Informatikanlagen und des Informatikunterrichtes.

In die Amtszeit (1999-2000) von Dr. Reinhold Hofstätter fällt der Neubau der naturwissenschaftlichen Räume und besonders die Errichtung der neuen Bibliothek, um deren Einrichtung und Aufbau sich Mag. Michael Peitler verdient gemacht hat.

Die österreichischen und guatemaltekischen Lehrerinnen und Lehrer bemühten sich von Beginn an sehr darum, sowohl österreichische als auch guatemaltekische Traditionen in den Schulalltag einzubinden. Die Schule wurde auf diese Weise immer mehr zu einer Plattform für kulturelle Veranstaltungen, die Eltern, Lehrer/-innen und Schüler/-innen miteinander verbinden.

Am 8. Oktober 1999 gratulierte Staatspräsident Alvaro Arzú Irigoyen dem IAG zu seinem 40. Bestandsjahr und dankte den Verantwortlichen für den wertvollen Beitrag Österreichs zur Erziehung in Guatemala. Lic. Mariano Rayo, Ex-Schüler des IAG und heute Parlamentsabgeordneter, begleitete ihn.

Ab 2001 leitet wieder Mag. Friedrich Baaz die Schule.

Lic. Arnoldo Ramos Martínez trat im Jahre 2003 als Technischer Direktor in den Ruhestand. Man bestellte Lic. Elda Solares de Saravia. Im Jahre 2008 folgte ihr Mónica García de Gavarrete in dieser Funktion.

Durch die Nutzung der Räumlichkeiten durch das Colegio Viena am Nachmittag wurden die Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung des IAG eingeschränkt. Nach langjähriger Planung und großem gemeinsamen Einsatz der gesamten Schulgemeinschaft kam es im Jahre 2005 zur Errichtung eines eigenen Schulgebäudes für das Colegio Viena: Das Colegio Viena wurde neu gegründet und nahm als Colegio Viena Guatemalteco im Jänner 2006 seinen Betrieb auf. Beide Schulen, IAG und CVG, laufen seither parallel am Vormittag, das Nachmittagsangebot für beide Schulen wurde großzügig ausgebaut.

Zur Eröffnung des neuen Colegio Viena kam am 18. April 2006 Frau Bundesministerin Elisabeth Gehrer nach Guatemala und besuchte beide Schulen. An dem Festakt nahm auch die guatemaltekische Unterrichtsministerin Ing. Maria del Carmen Aceña Fuentes teil. Frau Ministerin Gehrer besuchte bei dieser Gelegenheit auch die sozialen Projekte und zeigte sich vom sozialen Engagement der Schulgemeinschaft beeindruckt.

Anfang Juli 2007 waren Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer und Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller anlässlich der 119. IOC-Konvention in Guatemala. Sie besuchten am 2. Juli gemeinsam mit bekannten Sportgrößen wie Toni Sailer, Franz Klammer, Felix Gottwald u. und. die Schule und wurden von der Schulgemeinschaft herzlich empfangen. Alle Schüler/-innen und Lehrer/-innen unterstützten die Bewerbung Salzburgs für die Olympischen Winterspiele 2014, ein Traum, der aber leider nicht in Erfüllung ging.

Der bisherige Höhepunkt im langjährigen Aufbau der Institution war das großartige Fest zur Feier des 50. Bestandsjahres des IAG am 6. März 2008: Staatspräsident Ing. Alvaro Colom Caballeros, die Unterrichtsministerinnen Dr. Claudia Schmied und Lic. Ana Ordoñez de Molina, Sektionschef Mag. Wolfgang Stelzmüller, Ex-Lehrer/-innen und viele Persönlichkeiten des öffentlichen und schulischen Lebens aus dem In- und Ausland sowie die gesamte Schulgemeinschaft nahmen an der Feier teil.

Die hohen Auszeichnungen “Orden del Quetzal” des guatemaltekischen Präsidenten, die Auszeichungen des Kongresses und der Stadt Guatemala waren für alle eine Überraschung und unterstreichen die breite Anerkennung und die hohe Wertschätzung, die die Österreichische Schule in Guatemala genießt.

An der Erfolgsgeschichte des Instituto Austriaco Guatemalteco sind viele Österreicher und Guatemalteken beteiligt. Die Schule ist ein gelungenes Beispiel einer interkulturellen Zusammenarbeit, sie hat einen großen Beitrag zur Ausbildung junger Guatemalteken geleistet und das Ansehen Österreichs im Lande geprägt.

Es ist in dieser kurzen Darstellung der 50jährigen Entstehungsgeschichte des Instituto Austriaco Guatemalteco/Österreichische Schule nicht möglich, alle Personen und Ereignisse zu nennen, die an Aufbau und Entwicklung der Schule beteiligt waren oder eine Rolle gespielt haben. Wir ersuchen um Verständnis.

Das IAG ist und bleibt eine beispielhafte, moderne und dynamische Bildungseinrichtung.

“El IAG es y seguirá siendo un establecimiento educativo ejemplar, moderno y dinámico.”
Lic. Arnoldo Ramos Martínez, Mag. Michael Peitler, Mag. Friedrich Baaz (Fassung vom 08.10.2008).
Informationsquellen: 1. Jubiläumsjahrbuch “30 Jahre IAG”, 2. Jahrbücher des IAG (1980-2007), 3. Zeitzeugen, 4. Archive.