Naturwissenschaften Primaria
Der Naturkunde-Unterricht in der Primaria des Instituto Austriaco Guatemalteco basiert auf Beobachtung und Erfahrungen; man geht wissenschaftlich vor, um Phänomene zu erklären und um Beziehungen zwischen Tatsachen herzustellen bzw. Schlussfolgerungen zu ziehen oder Antworten aufgrund von Erfahrungen zu geben.
Die Themen des Gegenstandes dienen dazu, mit der näheren Umgebung in Kontakt zu treten und die Kenntnisse durch Erfahrung zu erweitern. Repetitives Lernen tritt im Unterricht zugunsten des erfahrenden und des aktiven Lernens in den Hintergrund. Hinsichtlich der Methoden wird auf Methodenvielfalt gesetzt.
Naturwissenschaften Secundaria
Naturwissenschaften am IAG
Der naturwissenschaftliche Unterricht am IAG erfolgt vor dem Hintergrund rascher gesellschaftlicher Veränderungen insbesondere in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Technik und Umwelt. Im Zusammenhang mit der Globalisierung der Wirtschaft, der digitalen Revolution und der immer höher werdenden Anforderungen der Leistungsgesellschaft an alle Individuen, stehen unsere Schülerinnen und Schüler vor großen Herausforderungen. Um in diesen Herausforderungen Chancen und keine Hürden zu sehen, ist eine umfassende Allgemeinbildung notwendig, insbesondere hohe technisch-naturwissenschaftliche Kompetenzen.
Die Wahrnehmung von demokratischen Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Lebens- und Gesellschaftsbereichen erfordert die Befähigung zur sach- und wertbezogenen Urteilsbildung und zur Übernahme sozialer Verantwortung. Zur Entwicklung dieser Fähigkeiten ist in hohem Maße Selbstsicherheit sowie selbstbestimmtes und selbst organisiertes Lernen und Handeln erforderlich. Die Grundlage für den hierfür notwendigen Erwerb des naturwissenschaftlichen Verständnisses ist die sichere Verwendung der Unterrichtssprache, zu dem am IAG der Unterricht in allen Fächern aktiv beiträgt.
Den Fragen und dem Verlangen nach einem sinnerfüllten Leben in einer menschenwürdigen Zukunft hat der Naturwissenschaftsunterricht mit einer auf ausreichend Information und Wissen aufbauenden Auseinandersetzung in allen Dimensionen des Lebens zu begegnen. Innovative Technologien der Information und Kommunikation sowie die Massenmedien dringen immer stärker in alle Lebensbereiche vor. Besonders Multimedia und Telekommunikation sind zu Bestimmungsfaktoren für die sich fortentwickelnde Informationsgesellschaft geworden. Zur Förderung der digitalen Kompetenz wird im Rahmen des Fachunterrichts am IAG diesen Entwicklungen Rechnung getragen und das didaktische Potenzial der Informationstechnologien bei gleichzeitiger kritischer rationaler Auseinandersetzung mit deren Wirkungsmechanismen in Wirtschaft und Gesellschaft nutzbar gemacht.
Die Schülerinnen und Schüler werden im Sinne eines lebensbegleitenden Lernens zur selbstständigen, aktiven Aneignung, aber auch zu einer kritisch-prüfenden Auseinandersetzung mit dem verfügbaren Wissen befähigt und ermutigt. Sie setzen sich mit Problemstellungen auseinander, hinterfragen Gegebenheiten kritisch, erkennen und definieren Probleme, suchen eigenständig Lösungswege und betrachten ihr eigenes Handeln kritisch. Verständnisvolles Lernen ist ein individueller, aktiver und konstruktiver Prozess. Die Schülerinnen und Schüler sind nicht Konsumierende eines fix vorgegebenen Wissens, sondern Produzierende ihres Wissens, mit Betonung auf aktives Erarbeiten, Erforschen, Darstellen und Reflektieren. Dadurch wird gewährleistet, dass unsere Schülerinnen und Schüler die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Zukunft haben.
Biologie
Der Biologieunterricht am IAG
Der Biologieunterricht hat das Ziel, den Schülerinnen und Schülern das biologisch – ökologische Denken in allen wesentlichen Teildisziplinen (Evolution, Humanbiologie, Systematik, Ökologie, Ethologie, Biochemie, Physiologie) zu vermitteln und den Umweltgedanken in einem Entwicklungsland zu propagieren.
Die Unterrichtgestaltung ist charakterisiert durch:
- Verstehen und altersgemäßes Anwenden der Denk- und Arbeitsweisen der Biologie
- Erkennen von problematischen Umweltbedingungen
- Entwickeln von Lösungsstrategien für Umweltproblematiken
- Arbeitsmethoden der Biologie anzuwenden (Mikroskopie, Sezieren, Zeichnen, Grafiken erstellen)
- Den Menschen als Teil der Evolution und der Natur zu verstehen und darüber zu reflektieren
- Vorwissenschaftliches Arbeiten und experimentelle Grundkenntnisse zu vermitteln
- Durch Teilnahme an Exkursionen wertvolle Erkenntnisse über ökologische Zusammenhänge zu gewinnen
Besonderen Wert wird darauf gelegt, den Menschen als Teil der natürlichen Evolutionsvorgänge zu sehen und somit den Schülern und Schülerinnen zu vermitteln, wie sie die Zukunft ihres Landes im Hinblick auf die ökologischen und gesellschaftlichen Probleme mitgestalten könnten.
Ein besonders lohnender Aspekt ist die der Schule angeschlossene biologische Station „Tortugario“ an der guatemaltekischen Pazifikküste. Dort werden unter Aufsicht von lokalen Mitarbeitern Schildkröteneier gesammelt und bis zum Schlüpfen bebrütet. Die kleinen Reptilien werden unter Aufsicht ins Meer entlassen und können so wenigstens die gefahrvollen ersten Stunden ihres Lebens geschützt verbringen. Schüler und Schülerinnen nehmen alljährlich an solchen Veranstaltungen teil und werden dadurch in anschaulicher Weise auf einige spezifische Besonderheiten dieses Landes und zu einem besseren Verständnis für die Natur hingeführt.
Mit Blick auf die spezielle Situation der Österreichischen Schule Guatemala in einem nicht deutschsprachigen Umfeld wird großer Wert auf die Unterstützung des Deutschunterrichts gelegt. Im Rahmen des DFU (Deutschsprachiger Fachunterricht) werden Sprachelemente in den Unterrichtsalltag eingebaut und geübt. Referate und Diskussionen dienen zur Verbesserung der Geläufigkeit in Fach- und Alltagssprache.
Moderne, digitale Medien werden neben einem guten Lehrbuch selbstverständlich eingesetzt und tragen zu einem umfassenden Verständnis bei. Ziel ist dabei die fundierte Vorbereitung auf die mündliche Reifeprüfung in Biologie und Umweltkunde nach den gesetzlichen Vorgaben des österreichischen Bildungsministeriums. Die nachfolgende tertiäre Ausbildungsphase kann damit auch in der Europäischen Union erfolgen. Dieser Weg wird alljährlich von einigen Maturanten mit guten Erfolgen gewählt.
Chemie
Der Chemieunterricht dient einerseits dazu, die Schülerinnen und Schüler mit dem Wissen und den Grundfähigkeiten zur Bewältigung stofflicher Alltags-, Freizeit-, Lebens- und Berufsphänomene auszustatten und hat andererseits die Aufgabe, die gesellschaftliche Erziehung im Bereich von Natur und Materie vorzunehmen. Die Aufgabe des Chemieunterrichtes ist es daher, die Schülerinnen und Schüler, ausgehend von deren Erfahrungsbereich und unter Berücksichtigung der Besonderheiten am IAG, zu einem chemisch-naturwissenschaftlichen Denken hinzuführen. Dies geschieht durch:
- Bewusstes Beobachten chemischer Vorgänge
- Kennenlernen chemischer Prinzipien und Arbeitstechniken auch anhand selbst durchgeführter Experimente
- Schulung des einfachen Modelldenkens unter Einbeziehung vorhandener Schülervorstellungen
- Erfassung der Zusammenhänge zwischen Mikrokosmos und alltäglichem Erfahrungsbereich
- Verstehen der Bedeutung der Chemie für alle Lebensformen und Lebensvorgänge. Der Chemieunterricht hat weiters die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Chemie und Technik altersgemäß einzuschätzen, sowie auf die Berufs- und Arbeitswelt vorzubereiten. Dies geschieht durch:
- Hinführen zu einem Verständnis für Stoffkreisläufe, für die Wechselbeziehung Ökonomie – Ökologie und damit zu umweltbewusstem Handeln sowie zu Energie- und Rohstoffsparen
- Kritische Auseinandersetzung mit den Gefahren der Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse sowie mit technikfeindlichen und unwissenschaftlichen Vorurteilen. Ferner soll der Chemieunterricht im Sinne der Persönlichkeitsentwicklung das Bewusstsein für Eigenverantwortung fördern und zu mündigem Freizeit- und Konsumverhalten führen. Dies geschieht durch:
- Erziehung zu Team-, Kommunikations- und Solidarfähigkeit sowie Erziehung zu Genauigkeit, Sorgfalt und Verantwortung
- Förderung der Gesundheitserziehung, des Zivilschutzgedankens sowie des sicherheitsbewussten Handelns
Der Chemieunterricht legt die Grundlagen zur Beurteilung von Gefahren für die Umwelt und von Umweltschutzmaßnahmen, um eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. Entscheidungskompetenz in dieser Richtung entsteht erst durch ein unverzichtbares chemisches Grundwissen. Auch die ethisch-moralische Diskussion solcher Zukunftsfragen hat dieses Grundwissen als Basis.
Physikunterricht
Der Physikunterricht hat das Ziel, den Schülerinnen und Schülern das Modelldenken der Physik (Realwelt – Modell – Modelleigenschaften – Realwelt) zu vermitteln und physikalisches Wissen in größere Zusammenhänge zu stellen. Dies geschieht durch:
- Verstehen und altersgemäßes Anwenden von typischen Denk- und Arbeitsweisen der Physik
- Erkennen von Gültigkeitsgrenzen physikalischer Gesetzmäßigkeiten in alltagsbezogenen Situationen
- eigenständige und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Problemen aus dem Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler
- Entwicklung von Erklärungsversuchen beziehungsweise Modellvorstellungen und deren Anwendung bei physikalischen Vorgängen in Natur und Technik
- bewusstes Beobachten physikalischer Vorgänge
- Planung, Durchführung und Auswertung von Experimenten
- Gewinnung von physikalischen Gesetzen und deren Interpretation und gelegentlich auch deren Herleitung
- Lösen von Rechenbeispielen
Weiters soll die Bedeutung physikalischer Phänomene und Konzepte im Alltag und in der Umwelt und für die Welterkenntnis erfasst und für ihre Lebensgestaltung genutzt werden.
Ziel des Physikunterrichts ist daher die Vermittlung des nötigen Rüstzeuges zum verstehenden Erleben von Vorgängen in Natur und Technik und keinesfalls nur das Informieren über sämtliche Teilgebiete der Physik.
Durch die spezielle Situation einer Österreichischen Auslandschule wird im Fach Physik ein besonderer Fokus auf die Sprache gelegt. Unterrichtssprache ist Deutsch und für den Spracherwerb werden regelmäßig diverse DFU (Deutschsprachiger Fachunterricht) – Elemente eingesetzt.
Zum umfassenden Verständnis tragen neben herkömmlichen Lernhilfen auch digitale Medien bei. So werden immer wieder, passend zu den jeweiligen Themen, Kurzvideos bzw. Animationen gezeigt, die durch ihre Anschaulichkeit, ihren oftmals bestehenden Alltagsbezug sowie durch den Abwechslungscharakter bei Schülerinnen und Schülern besonders beliebt sind.
Schließlich wird der Physikunterricht auch in Hinblick auf die Matura durchgeführt. Alle dafür nötigen Kompetenzen werden im Laufe der Jahre immer wieder erarbeitet, so dass es möglich ist, im Fach Physik die Matura abzulegen.